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ECONOMY MEETS DESIGN
60 Jahre Design Center Baden-Württemberg
EINE RETROSPEKTIVE

 

Mit der Dauerausstellung „formguter Erzeugnisse“ startete im April 1962 das LGA-Zentrum Form, heute bekannt als Design Center Baden-Württemberg. Zum 60-jährigen Jubiläum lädt die älteste Design-Institution Deutschlands ein zur Reise durch die Design- und Wirtschaftsgeschichte. Überraschungen inklusive.
1988 ließ sich im Design Center Stuttgart wohlwollend betrachten, wie Produkte im sozialistischen Teil Deutschlands gestaltet wurden. Eine höchst spannende Schau, weil sich die Exponate ihrer schlichten Sachlichkeit wegen doch deutlich von den westlichen Produktwelten unterschieden. Eine historische Ausstellung, denn ein Jahr später war die DDR Geschichte — und damit auch ihr Design. „Design in der DDR“ war zweifellos ein Highlight, eines von vielen Höhepunkten in der 60-jährigen Geschichte der 2014 zum Design Center Baden-Württemberg unbenannten Institution.
Pressemitteilung zur Gründung des LGA-Zentrum Form
1962
Gegründet wurde das Design Center im April 1962 als LGA-Zentrum Form innerhalb des Stuttgarter Landesgewerbeamtes zur Förderung der mittelständisch geprägten Wirtschaft Baden-Württembergs. Sein Auftrag: „Das Design in Baden-Württemberg sichtbar machen und auf die wirtschaftliche Bedeutung der Arbeit des Designers aufmerksam machen.“ Das LGA-Zentrum Form spielte fortan eine zentrale Rolle, denn gute Gestaltung war schon damals ein großes Plus im Wettbewerb. Was übrigens auch heute noch gilt: Design ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor — mehr denn je.

Im gleichen Jahr, also 1962, startete der damalige Leiter Ernst Josef Auer die „Deutsche Auswahl“, die Vorläuferin des aktuellen „Focus Open“ genannten Design-Awards. Die „Deutsche Auswahl“, von einer Experten-Jury alljährlich zusammengestellt, präsentierte herausragend gestaltete Produkte deutscher Hersteller oder deutscher Designbüros. Die Leitschau zum jeweiligen Stand des Designs war schon damals keine Feuilleton-Veranstaltung, sondern ein Werkzeug der Wirtschaftsförderung.

So gesehen stand das LGA-Zentrum sogar in der Tradition der 1848 von König Wilhelm I. gegründeten „Königlichen Centralstelle für Gewerbe und Handel“, dessen Technischer Rat Ferdinand von Steinbeis sich sogleich an den Aufbau einer „Mustersammlung“ machte. Gesammelt wurde, „was der Gewerbebildung, dem technischen Fortschritt und dem Absatz dienlich scheint — und die Geschmacksbildung fördert“.
Archivkarte zur Ausstellung „Schwedische Form“
1969
Das LGA-Zentrum Form wurde in Design Center Stuttgart umbenannt, doch die Mission blieb die gleiche: die Förderung des Designs und damit der Wirtschaft. Daneben aber ist noch etwas erkennbar: Ernst Josef Auer ging es auch um kulturelle Verständigung. Unter seiner Leitung entstanden Ausstellungen über jugoslawisches Design, kamen sowjetische Designer nach Stuttgart und Länder wie Dänemark, Niederlande oder Spanien zeigten ihre aktuellen Designstandards.
2004
Vor 18 Jahren zitterte die Designszene: Mit der Auflösung des Landesgewerbeamts Baden-Württemberg 2004 stand auch das Design Center Stuttgart zur Disposition. Dank starker Fürsprecher aus der Design-Community und der Politik überlebte die heute älteste Design-Institution Deutschlands die Krise durch die organisatorische Übersiedlung zum Regierungspräsidium Stuttgart.
Relaunch des visuellen Auftritts parallel zur Umbenennung in Design Center Baden-Württemberg
2014
Das Design Center Stuttgart wird noch einmal umbenannt — in Design Center Baden-Württemberg. Zu Zeiten seiner Gründung war es üblich, die wenigen Designzentren, die es bis zu diesem Zeitpunkt weltweit gab, nach ihren Standorten zu benennen. Seit seiner Gründung ist das Design Center jedoch eine Institution mit landesweiter Zuständigkeit. Um dies deutlich kommunizieren zu können, trägt das Design Center nun auch den Namen unseres Bundeslandes.
2022
Zum Jubiläum nun ging das Design Center Baden-Württemberg tief ins Archiv und zurück an die Anfänge. Das, was man dort fand ist ausschnittsweise in der Jubiläums-Ausstellung „Economy meets Design — 60 Jahre Design Center Baden-Württemberg — Eine Retrospektive“ zu sehen. Wie auf einem Zeitstrahl geht es Jahrzehnt um Jahrzehnt zurück durch ein wahres Universum voller Design-Sterne bis zum Urknall. In diesem Fall bis zu den Wegbereitern des 19. Jahrhunderts und deren „Königliche Mustersammlung“, die damals den Grundstein des heutigen Design Centers legten.

Überraschungen sind dabei inklusive, Erinnerungen sowieso, Protagonisten tauchen auf, die verblichen, aber noch immer prägend im Raum stehen.

Die Retrospektive zeigt auch, wie sich Formensprache und Designaufgaben verschoben haben. Und wie Design damals und heute dazu beiträgt, die Lebensqualität der Nutzer:innen zu verbessern.
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Foto: Thomas Siminaner

AUSSTELLUNGSDAUER

Die Ausstellung „Economy meets Design — 60 Jahre Design Center Baden-Württemberg — eine Retrospektive“ können Sie vom 08. Dezember 2022 bis zum 27. Januar 2023 besuchen.
 

AUSSTELLUNGSORT

Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg
Steinbeis-Saal, 1. OG

Willi-Bleicher-Straße 19
D-70174 Stuttgart

 

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag bis Freitag von 11:00 bis 18:00 Uhr.
Feiertags geschlossen.
Der Eintritt ist frei.

 

FÜHRUNGEN (NACH ANMELDUNG MÖGLICH)

Bitte kontaktieren Sie bei Interesse an einer Führung durch die Ausstellung Birgit Herzberg-Jochum.
E-Mail Birgit.Herzberg-Jochum@rps.bwl.de

 

NEUJAHRSEMPFANG 2023

Das Design Center Baden-Württemberg lädt Sie sehr herzlich zum Neujahrsempfang 2023 ein. Den Rahmen bilden unsere beiden aktuellen Ausstellungen „Economy meets Design — 60 Jahre Design Center Baden-Württemberg — eine Retrospektive“ und „Focus Open 2022 — Internationaler Designpreis Baden-Württemberg — Preisträger:innen-Ausstellung“.

Wir starten mit einem spannenden Impulsvortrag und einem besonderen Talk im Bertha-Benz-Saal im 1. OG im Haus der Wirtschaft - und feiern anschließend im Steinbeis-Saal.

Zur Anmeldung zum Neujahrsempfang 2023 geht es es hier.
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