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HEALTHCARE
„TRAUMA-COVER ER“
Mobile Notfall-plattform

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HERSTELLER
StarMed GmbH – medical rescue systems
Stetten am Bodensee
starmed.eu

DESIGN
Inhouse
René Stern


Polytraumatisierte und lebensbedrohlich verletzte Patienten werden in Schockräumen unter extremen Zeitdruck erstversorgt. In der Regel kommen dabei hygienisch problematische Röntgen- oder Notfallliegen zum Einsatz, die aber zu schmal sind, um etwa die spontane Umpositionierung der Patienten zu ermöglichen. Das wannenförmige Trauma-Cover dient als Ebene zwischen dem mobilen Chassis der Liege und der sogenannten Trauma-Matratze. In der Summe entsteht so eine funktionsoptimierte Kombination aus Umlagerungshilfe, Versorgungsplattform sowie schnellem Intensivtransporter. Das Trauma-Cover bietet sowohl Andockpunkte für Geräte wie für die Matratze, besteht aus leichtgewichtigem CFK und ist mit einem roten, reinigungsfreundlichen Gelcoat beschichtet. Und schließlich ist es breit genug, die Patienten je nach akutem Bedarf anders zu platzieren.


JURY STATEMENT
Dieses Produkt zeigt das breite Potenzial von Design. Statt der Ästhetik steht hier die nutzerzentrierte Funktionalität im Vordergrund, alle Details sind eingehend durchdacht, die Anforderungen maximal umgesetzt. Unter dem Strich hilft das Design, Leben zu retten.
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René Stern, Geschäftsführer, StarMed GmbH
 

„es gibt bisher kein
vergleichbares Produkt.“

 

Das Trauma-Cover ist ein Produkt, das in einem sehr speziellen und kaum sichtbaren Kontext zum Einsatz. Wie haben Sie den Bedarf erkannt?

RENÉ STERN: Der Entwicklung des Trauma-Cover geht die Anfrage eines Kunden voraus, wie man auf unserem Transporter Heavystar durch eine Auflage noch besser nutzen kann. Der Transporter ist ja für die schnelle und schonende Verlegung von Patienten innerhalb einer Klinik gedacht. Auf die Anfrage hin haben wir uns dann stark in das Thema eingedacht, insbesondere bezogen auf Schockräume. Man muss wissen, dass Schockräume in Kliniken dazu da sind, akut Schwerstverletzten das Überleben zu ermöglichen. Da kann es – je nach Trauma – mitunter recht blutig zugehen. Uns war schnell klar, dass hier großer Bedarf besteht.
 

Inwiefern?

RENÉ STERN: Bisher arbeitet man mit unterschiedlichsten Liegen und Tragen, die den Anforderungen im Schockraum eigentlich nicht gerecht werden. Sie sind zu schmal, schwer zu handhaben und zu reinigen, zudem hygienisch problematisch. Spontane Umlagerungen des Verletzten sind schwierig, medizinische Geräte werden auf einem Andockwagen platziert, die Reinigung ist intensiv und blockiert den Raum oft lange. All das bremst die schnelle Traumaversorgung.
 

Was ändert das Trauma-Cover?

RENÉ STERN: Vieles. Das Produkt ist eine Art Zwischenebene. Es wird auf unserem Heavystar-Transporter platziert, der genügend Kapazität für das Equipment bietet, beispielsweise Beatmungsgerät, Defibrillator, Medikationsgeräte oder Infusionsständer. Der Patient selbst liegt auf einer schmalen Trauma-Matratze, die sich auf dem breiteren Trauma-Cover schnell verschieben lässt. Das ist notwendig, um die Verletzten sofort umlagern zu können, wenn es notwendig ist. Sie müssen nicht mehr anheben, sondern nur noch verschieben. Unser Trauma-Cover erhöht also letztlich die Überlebenschancen.
 


Das TRAUMA-COVER ER ermöglicht den Einsatz automatischer Thoraxkompressionsgeräte, wie zum Beispiel dem Corpuls CPR sodass die Arbeit im Schockraum erleichtert wird. 
 

Das hört sich sehr komplex an.

RENÉ STERN: Die Entwicklung lief extrem schnell, nach eineinhalb Jahren war das Trauma-Cover einsatzbereit. Wir haben natürlich eng mit dem medizinischen Personal zusammengearbeitet und waren gleich sehr nahe am Serienstatus. Wobei wir stets Verbesserungen aufnehmen, wenn wir Potenzial sehen. Aktuell haben wir einen magnetisch fixierbaren, transparenten Vorhang entwickelt, der den Transporter mitsamt der dort untergebrachten Geräte vor Blutspritzern schützt.
 

Ins Auge fällt einem Nicht-Mediziner natürlich sofort die rote Farbe.

RENÉ STERN: Die Verletzten verlieren im Schockraum mitunter viel Blut, das sich zum größten Teil auf dem Trauma-Cover sammelt. Das sähe ziemlich drastisch aus, wenn das Cover beispielsweise weiß wäre. Rot hingegen schwächt die Wirkung dank des fehlenden Kontrastes ab. Außerdem zeigt die Farbe, dass hier der Mittelpunkt des Schockraumes ist. Wir bedienen uns übrigens einer Gelcoat-Beschichtung, sie erleichtert die Reinigung, lässt das Blut besser ablaufen und schützt das Kohlefaser-Verbundmaterial des Covers.
 

Warum Kohlefaser?

RENÉ STERN: Ganz einfach: Der Werkstoff ist leicht und extrem belastbar. Das Traum-Cover wiegt 28 Kilogramm und ist bis 280 Kilogramm belastbar. Das heißt nicht, dass die Verletzten so schwer sind, aber im Notfall kniet dann doch mal ein Arzt auf dem Cover. Da addiert sich manches.
 

Die Beschichtung kommt aus dem Yachtbau, lässt sich das so einfach im Medizinbereich nutzen?

RENÉ STERN: Wir denken kreativ und suchen nach Lösungen auch außerhalb des medizinischen Bereichs. Wir müssen auch nicht steril sein, denn der Verletzte ist es ja auch nicht. Erst wenn ein Eingriff erfolgt, dann wird lokal steril gearbeitet.
 

Mit welchen Stückzahlen rechnen Sie?

RENÉ STERN: Momentan haben wir ein Exemplar im Einsatz, sammeln noch Feedback und machen kleine Verbesserungen – siehe den erwähnten Spritzschutz. Die Vermarktung starten wir noch in diesem Jahr in der Kombination mit dem Heavystar-Transporter. Wie groß die Nachfrage sein wird, können wir noch nicht abschätzen, es gibt bisher kein vergleichbares Produkt, an dem wir uns orientieren könnten. Außerdem begeben wir uns in ein neues Marktsegment, den innerklinischen Bereich. Bis jetzt waren wir eher außerklinisch aktiv, also in der Rettungskette vor dem Schockraum.
 

Das Traum-Cover ist bereits mit einem Patent geschützt – warum?

RENÉ STERN: Wir sind ein eher kleines Unternehmen, das in einer wichtigen Nische arbeitet und von Innovationen lebt. Da muss man seine Entwicklungen gut schützen. Wir haben seit unserer Gründung schon reichlich Patente angemeldet. Allein in diesem Jahr kommen noch mehrere hinzu.
 

STARMED GMBH

StarMed wurde 1998 gegründet und hat sich auf die Entwicklung und Produktion von Systemen für den Patienten- und Gerätetransport im Rahmen der Intensivmedizin spezialisiert. So entwickelte das Unternehmen das erste, seriell produzierte Intensiv-Transportsystem. Außerdem agiert das neunköpfige, interdisziplinäre  Team als Entwicklungsdienstleister für Rettungsdienste, für Kliniken oder Medizingerätehersteller. Gründer René Stern kann auf jahrelange eigene Erfahrungen in der boden- und luftgebundenen Rettung zurückgreifen.
 
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