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FOCUS OPEN 2025 META
PREISTRÄGERINNEN UND PREISTRÄGER

INTERNATIONALer DESIGNPREIS BADEN-WÜRTTEMBERG
 
CIRCULAR DESIGN
„WS25-System“
Massivholzbaustein

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HERSTELLER
TRIQBRIQ AG
Stuttgart
triqbriq.de

DESIGN
Inhouse


Bauen mit Holz ist klimafreundlich: Erstens handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff, der – zweitens – CO2 auf lange Zeit bindet. Das hier prämierte System besteht aus einzelnen, standardisierten Holzmodulen, die vor Ort zu massiven Wänden zusammengesetzt werden. Die Verbindung erfolgt über ein patentiertes Dübelsystem und ist reversibel, beim Rückbau können die Module also wieder entnommen und weiterverwertet werden. Nicht zuletzt entlastet das System den Holzmarkt: Die Module bestehen aus Kalamitäts-, Schwach- und Schadholz, also Rohmaterial, das bislang entweder verbrannt oder zu Grobspanplatten verarbeitet wird. Die Produktion der Module erfolgt dezentral in sogenannten automatisierten Microfactorys – so lässt sich lokales Käferschadholz nutzen und die Transportketten bleiben kurz.


JURY STATEMENT
Das Modulsystem ist in seiner Logik faszinierend einfach und ausgefeilt in den Details. Es lassen sich damit auch Hölzer nutzen, die sonst als unverwertbar galten. Zugleich haben wir hier einen der seltenen Fälle, bei denen Dinge auch vom Ende her gedacht werden: Die nur verdübelten Mauerverbünde sind wieder demontierbar, aus ihnen können neue Gebäude entstehen.
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Max Wörner, Vorstand TRIQBRIQ AG 

„Unser Produktdesign ist konsequent zirkulär gedacht, bis hin zur Wiederverwertbarkeit einzelner Bausteine.“

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Wer baut, sucht die individuelle Lösung, funktional wie optisch. Wie passt das zu Ihren standardisierten Bauelementen?

MAX WÖRNER: TRIQBRIQ ist ein mikro-modulares Holzbausystem mit standardisierten Bauelementen. Das bedeutet: Es gibt nur drei unterschiedliche BRIQs in einem Wandaufbau – Vollstein, Halbstein und Sturzelement. Diese Einfachheit schafft Effizienz und reduziert Komplexität auf der Baustelle. Trotzdem erlaubt die Kleinteiligkeit eine individuelle Planung, wie man sie vom Mauerwerksbau kennt – inklusive freier Fassadengestaltung. Der große Unterschied: Die BRIQs bestehen aus Industrie-, Kalamitäts- und rückgebautem Altholz – sind ressourcenschonend und rückbaubar. Unser Produktdesign ist konsequent zirkulär gedacht, bis hin zur Wiederverwendbarkeit einzelner Bausteine in völlig neuen architektonischen Kontexten. Modular, aber nicht monoton – im Gegenteil: Funktionale Vielfalt und gestalterische Freiheit entstehen gerade durch den Standard.
 

Kostengünstiges Bauen ist das Gebot der Stunde – welches Potenzial bietet Ihr System?

MAX WÖRNER: Kosteneinsparungen entstehen bei TRIQBRIQ primär durch den schnellen, trockenen Aufbau: kein Kleben, kein Aushärten, kein Trocknen – die Wände werden auf der Baustelle einfach zusammengesteckt und verriegelt. Dadurch kann deutlich zeiteffizienter gearbeitet werden – auch mit weniger spezialisierten Fachkräften. In der Gesamtbetrachtung zeigen sich weitere Effekte: geringere Fundamentkosten durch das niedrige Gewicht, keine Containerkosten dank müllfreier Lieferung, und kaum Verschnitt durch digitalisierte Planung. In der Summe kann TRIQBRIQ mit konventionellen Bauweisen kostenmäßig mithalten – bei entsprechend vorbereiteter Planung sogar unterbieten.
 

Die Baubranche gilt als konservativ – wie kommt Ihr System bei Verarbeitern und Planern an?

MAX WÖRNER: Wir sind seit weniger als vier Jahren am Markt und haben bereits 15 Rohbauten realisiert oder in Arbeit – vom beschaulichen Bungalow bis zum Supermarkt. Offenheit ist also durchaus vorhanden, wenn Innovationen praxistauglich sind. Planer und Bauunternehmen schätzen die Einfachheit, die Wiederholbarkeit und die klare Geometrie unseres Systems. Die Lerneffekte auf der Baustelle sind schnell, die Fehlerquellen gering. Dass wir als junges System so zügig in den Markt gekommen sind, sehen wir als Beleg für die Relevanz unseres Ansatzes.
 



 

Sie planen mit sogenannten Microfactorys dezentral zu fertigen. Wieso?

MAX WÖRNER: Klimafreundliches Bauen mit Holz ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn die Logistik passt. Idealerweise sind die Wege und Verarbeitungsschritte zwischen Baum und Baustelle so kurz wie möglich – im besten Fall unter 150 Kilometer. Das gelingt mit zentralisierten Großproduktionen nicht. Unsere Lösung: eine Container-basierte Produktionsanlage, vollautomatisiert und einfach aufzubauen. Diese kann bei Partnerbetrieben wie Sägewerken oder Schreinereien aufgestellt werden – dort, wo das Holz herkommt. So entsteht regionale Wertschöpfung, die schnell skalierbar ist. Die TRIQBRIQ-Microfactory ist damit eine industrielle Antwort auf das Prinzip der kurzen Wege im Holzbau.
 
 

TRIQBRIQ AG

Das Unternehmen TRIQBRIQ wurde 2021 gegründet und widmet sich ganz dem modularen, zirkulären sowie kostengünstigen Holzbau. Sein mikro-modulares Bausystem für tragende Außen- und Innenwände wurde bereits mehrfach mit Innovations- und Nachhaltigkeitspreisen ausgezeichnet. Die hoch automatisierte Fertigung findet in Tübingen statt.
 
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